Hands on Yello(w)
Abgelegt unter: Leben… das war einst mal der Name eines Projekts verschiedener, namhafter deutscher DJ’s, die sich damals zu den glorreichen Zeiten des Rave… äääh… Dave… HipHop… runner von dem House… *räusper* … Zeiten des Rave mit einem Tribut an die Band “Yello” auf CD und Vinyl verewigten. Jaja, das waren noch Zeiten!
Doch mit dem Thema dieses Eintrags hat es fast gar nichts zu tun!
Hands on Yellow könnte man heute auch das Verhalten von männlichen Club24-Besuchern betiteln. Im übertragenen Sinne natürlich nur. Oder doch nicht?
Ich komme nicht umhin die Geschichte des vergangenen Wochenendes zu erzählen:
Club24, Museumskeller, Fulda | Dank der guten Kontakte einer Freundin kam ich drumherum mich an der endlosen Schlange vor dem Eingang anzustellen und genoß es mit einer beinahen Betretenheit, einfach an den Massen vorbei in das Kellergewölbe Einlass zu finden. Schwitzende Gigolos in faltig gebügelten Hemden und trendgerechten Nachbildungen der aktuellesten Beckham-Frisuren, Mädels in teilweise verbotenen Outfits die eher an die Straßen Prags bei Nacht erinnern und rücksichtsloses Gedrängel, verbunden mit böse dreinblickenden Breitschulter-Arschlöchern die einem beim Anrempeln das Recht des Stärkeren aus den Augen entgegenzuschleudern versuchen. Das ist der Club24!
Ich vergüngte mich zwischen den quetschenden und drückenden Mengen hindurch mit einigen Becks und begann mehr und mehr der eigentlich eher nicht meinem Geschmack entsprechenden Musik nachzugeben. Immer wieder erblicke ich ein interessantes oder nettes Gesicht und immer wieder bin ich dazu verführt den ein oder anderen Menschen anzulächeln. Hier und da ein bekanntes Gesicht, hier und da ein bekanntes Lied… eins etwas besser… das andere eher irgendwie gruselig. Zum Glück lässt es sich im langgezogenen, hinteren Teil des Clubs, bei Ska, Reggea und einer guten Portion OldSchool echt aushalten.
Der Club war mal wieder brechend voll. Das nahm sich Jemand sehr wörtlich der den Inhalt seines Magens über ausgerechnet den Knotenpunkt zwischen allen Säälen, dem unteren Ende der Eingangstreppe, ergoss.
Etliche Bier später und der Erkenntnis erlegen, das man mich am nächsten Tag ohnehin nicht würde ausschlafen lassen, beschloß ich nach einem abschließenden Besuch der Pissour-Austellung, den Club zu verlassen.
Da geschah es … nicht das Unerwartete… nicht das Undenkbare… nein! Das Alltägliche schlug mit aller Gewalt auf mich ein!
Nachdem ein Teil meines Kopfes versuchte den Lachkrampf über die Unterhaltungen auf der Toilette zu unterdrücken die einige alkoholisierte Köpfe dort während der Notdurft führten, und ein anderer sich krampfhaft von dem rutschigen Fussboden abzulenlenken versuchte der sich unter den Pinkelbecken unausweichlich erstreckte, begab ich mich, nach abgewickeltem Geschäft, in Richtung Waschbecken.
Nein. Mich störte nicht die Tatsache das man sich beim Heraus- und Hereingehen an mir vorbeidrängte…
Mich störte vielmehr das keiner der Herausgehenden an der Stelle halt machte die ich gerade nutzte.
Eins, zwei… drei… vier, fünf Leute rauschten an mir vorbei, die Waschbecken keines Blickes würdigend und meine angewiderten Gedanken über mögliche urinbehaftete Stellen im Club fanden zu meiner Stimme und wurden mit jedem weiteren Hygiene-Ignoranten zu einem mehr hörbaren Schimpfen. “Wäh!” … “Widerlich” … “Dreckschweine” …
Und als habe mich einer derjenigen gehört, die zu zweit besonders lange Zeit auf dem Klo mit einer unsinnigen Diskussion zubrachten und die im Vorbeigang ebenso wieder die Seife und das Wasser ignorierten während ich verzweifelt versuchte den defekten Warmlufttrockner in Ermangelung des Papiers im Spender zum Laufen zu bringen… sprach einer der beiden in leichtem Säuselton beim Verlassen des Klo’s:
“Hände Waschen brauch ich net… ich weiß was ich angefasst habe!”
Ein kurzer Drang den Kopf dieses Typen in die nächstgelegene Pfütze auf dem Boden zu drücken verschwand schnell und ich sah mich um, während meine Hände nach und nach unter dem Einfluss der warmen Luft trockener wurden. Da war er… er kam aus dem hinteren Bereich in Richtung Waschbecken… den würde ich richtig beleidigen wenn er rausgeht ohne… “Widerling!” … “Boah du bist sowas von eckelhaft!” … *böser* “Pippifinger!” … *böser* … scheisse… mir fiel nichts Böses ein…
Just in diesem Moment drängte er an mir vorbei und stellte sich neben mir ans Waschbecken um sich IMMERHIN Wasser über die Hände laufen zu lassen und es kam mir unwillkürlich über die Lippen:
“Man(n), weisste was… Du hast echt nen Orden verdient!”
“Ich weiß!” sagte er, nicht sicher was ich genau meinte, aber sicher darin das ich vermutlich vollkommen betrunken sein müsse.
Ich wandte mich um und verließ das Klo… aufs genauste darauf bedacht, kein Treppengeländer und keinen Türgriff anzurühren… und im Bewusstsein an welche Stellen von irgendwelchen Männern oder Frauen sie ihre Hände im Laufe des Abends noch so reiben würden…
Mahlzeit!

lieber nick,
vielen dank für deine ausschweifende abenteuergeschichte.
habe mich geistig sofort in den club24 versetzt gefühlt. ach, was waren das noch für schöne zeiten.
damals. voll bis oben hin am tresen stehen, während
man versuchte trotz seiner gesichtslähmung
intellektuelle gespräche mit den übrig gebliebenen
weiblichkeiten zu führen.
am nächsten morgen das übliche namenrätsel… oder
ein beschissenes kornbrötchen zum frühstück. da kam
schon öfters der gedanke auf, beim nächsten mal
zuhause zu pennen…
wusste gar nicht, daß es in der location überhaupt
klo´s gibt. hab das wasser einfach an der bar ab-
gestellt. :-)
erstaunlicherweise hat mich damals der club schon
ziemlich angenervt und dennoch ist man dort immer
wieder gelandet. ein phänomen. scheint so, daß sich
der nick diesem auch nicht entziehen kann.
“braucht eine stadt so einen club, obwohl es das
boogy woogy gibt?” vielleicht ist fulda ein test-
areal für…
egal, ich freu mich auf das nächste mal.
c ya
don julio
jaja, das war noch so schön - schön mit bruderherz jonny p. durch den club ziehn, bewaffnet mit der diggicam die dorfschönheiten anquatschen und ihnen was von “modelscout” blabla vertellen - ging aber auch nur im Club24 immer wieder…
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