Fassbrause in Berlin

“Hast du zwischen den Jahren schon was vor?” “Naja, das Bad muss geschrubbt werden und ich müsste mal wieder Socken waschen…” “Alles klar. Wir treffen uns morgen um 7:15 Uhr am Bahnhof. Hotel ist schon gebucht.” Tja, da sitze ich nun im Zug Richtung Berlin, bin noch etwas verschlafen und nuckel an meinem Becher Kaffee mit extra viel Zucker, damit das braune Wasser zumindest die Anschein von Geschmack entwickelt. Ein Blick auf mein Gegenüber, vergraben in Ausdrucken über die Hauptstadt, lässt auf ein paar interessante Tage hoffen.

Freitag, Hauptbahnhof Berlin
Es ist verdammt kalt und die Müdigkeit trägt nicht zu einer innerlichen Wärme bei. Mein Reiseleiter aka mein Erzeuger prescht mit enormen Elan voran und ich habe Mühe hinter ihm herzukommen. Diverse Fressbuden duften mir entgegen und in mir wächst der Drang etwas zu kaufen und zu verschlingen. Aber mein Reiseleiter hat einen straffen Zeitplan und wir marschieren zielstrebig in Richtung unseres Hotel, resp. erstmal zur S-Bahn. Winter’s Hotel “Am Checkpoint Charlie” macht einen sehr guten Eindruck. Lediglich das Apostroph im Logo finde ich unnötig. Naja…

Es wird wenige Menschen geben, die sich bei einem Berlin-Besuch mit Wanderschuhen ausstatten. Ist man aber mit Sporty-Spurt unterwegs, gehören solche Schuhe zur Grundausstattung! Da unser Hotel sehr zentral liegt, laufen wir als erste Amtshandlung die Friedrichstraße ab und plündern Dussmann. Aufgewärmt und um ein paar CDs reicher, gehts Richtung  Hallesches Tor  und dann per Pedes zum Cottbusser Tor mit einem Schlenker über da Maybach-Ufer. Trotz eisiger Kälte fühle ich mich wie im Urlaub. Sprachengewirr, exotische Düfte und ein buntes Treiben umhüllen mich. Der Türkenmarkt ist auf jeden Fall ein Erlebnis der besonderen Art! Bei akutem Hungergefühl kann ich nur den Blätertteig mit Spinat empfehlen. Gibts da an jeder Ecke. Hat bestimmt auch einen schönen Namen, welchen ich aber weder aussprechen noch schreiben kann.

Frisch gestärkt geht es also weiter: Das Paul-Linke-Ufer und der Görlizer Park – im Sommer sicherlich wunderschön! Im Winter einfach nur kalt.  Nach einem kurzen Spaziergang durch den Wrangelkiez bewegen wir uns wieder in die wohlig warme S-Bahn und von dort in die Tram Richtung Prenzlauer Berg. Nach längeren Suchaktionen haben wir dann, dank einheimischen Guide (Danke, Ali!) das vietnamesische Restaurant gefunden und schlabbern fröhlich eine Suppe nach der anderen. Danach noch ein Bierchen in der Kneipe und der erste Tag ist rum…

Samstag
Im Morgengrauen starten wir Richtung Savignyplatz und durchforsten die Bleibtreu-Straße. Nach einem kurzen Frühstück gehts ins Designkaufhaus “Stilwerk”. Meine Kreditkarte musste ich vorher am Eingang auf drängen meines Reiseleiters abgeben… Im Bus Richtung Manufactum stellt sich ein leichtes Hungergefühl ein. Netterweise ist neben dem Laden gleich Brot&Butter. Der Milchkaffee ist seeehr zu empfehlen! Die U-Bahn bringt uns schnell in Richtung “Hamburger Bahnhof”. Tja. Was soll ich sagen? Beuys. In seiner vollen Schönheit und Abstrusität. Ich schwanke zwischen Bewunderung, Abneigung und Begeisterung. Mein Reiseleiter beschränkt sich auf Begeisterung.  Durch die Überdosis an Kunst noch leicht benebelt, gönne ich mir eine Tour durch das Medizinhistorische Museum. Ich bin sehr froh, dass ich heute leben. Und wenn ich früher hätte leben müssen, dann bitte kerngesund!

Die Shoppingtour durchs Alexia und Galeria Kaufhof resultiert im Kauf diverser Computerspiele für den Mac.
Ausgedörrt und hungrig geht es ins Amrit. Beim Anblick der bunten Fassade dachte ich erst an eine Touristenfalle. Der Service und das Essen haben jedoch den sehr kitschigen optischen Eindruck wieder relativiert. Serh zu empfehlen!

Auf diesem Weg nochmal vielen Dank an den grandiosen Reiseführer “Sporty-Spurt”. Waren ein paar tolle Tage!

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